Google Latitude: Demnächst auch auf Ihrem iPhone

Mit dem Satz "Sehen Sie in Echtzeit, wo Ihre Freunde sind", titelt Google seinen neuen Dienst, über den man Freunden seine örtliche Position via Google Maps und Handy offenbaren kann. "In Kürze verfügbar" sei das Google Maps-Add-on auch für Apples iPhone.

Google Latitude - Einstellungen

Wo man ist und was man macht, wird so in Echtzeit automatisch anzeigbar – nur für die freigegebenen Freunde, selbstverständlich. An Plattformen unterstützt Google (demnächst) neben dem iPhone natürlich Android, weiter Blackberry, Windows Mobile ab 5.0, Symbian S60 und Java. Alternativ kann der Dienst auch einfach via Browser genutzt werden.

Einer raschen Verbreitung von Latitude steht somit zumindest technisch nichts im Wege. Bedenkt man das gelegentliche Rätselraten im Freundeskreis, wie man vor Jahren die Freizeitgestaltung ohne Handys koordiniert bekommen hat, scheint nicht unwahrscheinlich, dass in ein paar Jahren ähnliche Gespräche über den „Wo sind meine Freunde grade“ – Dienst Googles geführt werden können.

Alle Dienste Latitudes müssen zuerst freigegeben werden – ohne expizite Zustimmung des Nutzers gibt Google nichts preis. Die Settings können für alle „Freunde“ via Google Talk oder Gmail Chat separat eingestellt werden, auch auf eine „begrenzte“ Sichtbarkeit, die beispielsweise nur eine Stadt als eigenen Standort freigibt und nicht die genaue, eigene Position dort.

Stichwort bleibt dennoch natürlich „Sichtbarkeit„, und die wird mit Latitude natürlich wieder ein gutes Stück weitergetrieben. Wir sind es inzwischen gewohnt, via Mobiltelefon erreichbar zu sein (bzw. im Fall der Nichterreichbarkeit uns gegebenenfalls rechtfertigen zu müssen). Dass andere via Messenger sehen, ob wir den Rechner anhaben oder nicht, ist ebenso weitgehende Normalität, und dass auf die eine oder andere Weise dokumentiert und gegebenenfalls auch veröffentlicht wird, wo wir sind und was wir dort machen, kennen wir von diversen Social Networks, von Twitter, Bilderdiensten und Konsorten. Auch Latitude braucht die explizite Zustimmung des Nutzers, seine Details den Leuten bekanntzugeben, denen man diese Information geben will. Anschließend sollte man sich nur im Klaren darüber sein, dass man ein weiteres Programm am Laufen hat, das permanent Daten ausliefern kann – mit einer etwas höheren Verbindlichkeit als ein „Weg vom Rechner“-Status, den beispielsweise ein Messengerclient ausgibt und den man noch mit etwas mehr Glaubwürdigkeit abstreiten kann, sollte das notwendig werden.

Bis das Programm genuin für das iPhone zur Verfügung steht, kann man sich mit einer Browserlösung behelfen – wenn man das denn möchte.