kg, den 3. Februar 2009

iPhoto 09 im Praxistest

Bilder anpassen in iPhoto 09
Bilder anpassen in iPhoto 09, Bild: Macnotes

Während der Keynote hatten wir schon die Gelegenheit einen Blick auf die neuen Funktionen von iPhoto ’09 zu werfen. Auch während der Macworld gab es genug Gelegenheiten mal Hand anzulegen an die Gesichtserkennung und die Geotagging-Optionen. Schöner ist es natürlich, das Ganze mit den eigenen Fotoarchiven zu testen.

Eins vorweg: Mit iPhoto ’09 erfindet Apple das Rad sicherlich nicht neu. Das Funktionsspektrum hat sich nur um einige Punkte erweitert. Auch die neue Version der Fotosoftware bleibt übersichtlich, einfach zu bedienen und bietet die wichtigsten Grundfunktionen wie eine simple Bildbearbeitung, Begradigungstools und Retusche. Zusätzlich wartet die neue Version aber mit einigen Funktionen auf, die während der Macworld-Keynote vielen Anwesenden leuchtende Augen beschert haben: Gesichtserkennung, Geotagging und die Einbindung der Flickr- und Facebook-APIs.

Die Funktion, auf die ich persönlich am gespanntesten war: Die vieldiskutierte Gesichtserkennung. Bis ich die allerdings aufrufen kann, vergehen rund anderthalb Stunden. Der Grund ist einfach: So lange braucht iPhoto, bis jedes der rund 2250 Bilder im Archiv indiziert ist. Das Ergebnis ist brauchbar, aber stellenweise doch sehr ernüchternd: Manche Gesichter, die ich bereits zugeordnet habe, muss ich bei jedem Bild nochmal angeben, weil entweder die Gesichtserkennung fehlerhaft oder aber das Gesicht immer zu unterschiedlich ist.

Besonders ärgerlich sind auch all jene Fälle, wo offensichtliche Gesichter nicht von sich aus als solche markiert werden, während absolut absurde Dinge wie Muster in Teppichen als Gesichter erkannt werden. In grob der Hälfte aller Fälle funktioniert die Gesichtserkennung, die andere Hälfte muss entweder manuell nachgetragen oder überhaupt erstmal hinzugefügt werden.

Auch die Orte-Funktion wirkt noch etwas unausgegoren. Mangels bereits mit Geotags versehenen Bildern müssen meine Alben nachgetaggt werden. Gut funktioniert das z. B. mit den Fotos unseres Macworld-Besuchs, eher schlecht mit anderen Fotos, die in Deutschland gemacht wurden.

Große Städte wie Berlin kennt die Kartenfunktion sehr wohl, bei Urlaubsfotos von der Nordsee muss die Ortsnadel erstmal via Google-Suche gesetzt werden. Gleiches galt im Test für Fotos, die in Bochum entstanden sind. Da ist definitiv noch Optimierungsbedarf.

Ein wenig überarbeitet wurde die Anpassungsfunktion, die für jedes Bild zur Verfügung steht. Mit der Box „Hauttonsättigung vermeiden“ kann man die Sättigung des Fotos hochziehen, ohne dabei auch die Gesichter der darauf befindlichen Personen direkt krebsrot zu machen. Insgesamt ist die Anpassungsfunktion für den Hausgebrauch sicher nützlich.

Eine neue Funktionalität, auf die ich mich besonders gefreut hatte, ist die Flickr- und Facebook-Integration. Erstere habe ich getestet, es hat aber etwas gedauert. Wie auch andere Uploadprogramme nutzt iPhoto ’09 die Flickr-API, die ich nach dem dritten Verbindungsversuch auch endlich dazu bringen konnte, iPhoto als Uploadprogramm zu akzeptieren. Danach stellt sich ein weiteres Problem: Lädt man einzelne Bilder aus bestehenden Fotoalben hoch, legt iPhoto automatisch ein neues Fotoset bei Flickr an. Schlecht, wenn man „nur mal eben“ ein Foto hochladen möchte.

Außerdem muss man die jeweiligen Fotos nach dem Upload nachtaggen, da es vor dem Upload lediglich die Möglichkeit gibt, Namen und Unterzeile einzugeben. Gerade wenn man ganze Berge von Fotos hochladen will eine unnötige Arbeit. Einzig die Möglichkeit, bei Flickr die bereits vorbereiteten Geotags einzubinden, ist dabei hervorzuheben.

Für Gelegenheiten, wo man Bilder aus dem eigenen Fotoarchiv zeigen möchte, gibt es die Möglichkeit, mit wenigen Klicks aus einem Bilderordner eine Diashow zu zaubern. Und es ist tatsächlich relativ simpel: Man wählt das Fotoalbum aus, entscheidet sich für einen Anzeigemodus und wählt optional noch Musik aus, und fertig ist die Präsentation.

Insgesamt bin ich etwas enttäuscht von iPhoto ’09. Die Ideen hinter den neuen Funktionen sind gut, die Umsetzung hat hier und da allerdings große Schwächen. Gerade was die API-Integrierung angeht wäre mehr drin gewesen. So bleibt es bei einigen netten Ideen, die hoffentlich bald einem anständigen Update unterzogen werden.


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