Kommentare zu: Das Bloggermärchen: Megaupload-Aus Schuld an Ebbe an den Kinokassen? https://macnotes.de/2012/11/26/megaupload-aus-angeblich-schuld-an-weniger-kinoeinnahmen/ iPhone, iPod, iPad, Mac - das unabhängige Magazin rund um Apple Mon, 31 Jan 2022 21:34:35 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.1 Von: g.h. https://macnotes.de/2012/11/26/megaupload-aus-angeblich-schuld-an-weniger-kinoeinnahmen/#comment-119868 Sat, 12 Jan 2013 18:37:59 +0000 http://www.macnotes.de/?p=81966#comment-119868 Ich glaube der Grund, warum viele Leute diese Meinungen kritisieren, ist letztendlich, dass es bei diesem Thema auf beiden Seiten eine Vermischung zwischen Aktionismus und echter Faktenfindung gibt.

Auf der einen Seite stehen Unternehmen, Verwerter und Wirtschaftstreibende mit ihren Lobby-Unternehmen, auf der anderen Seite einige wenige Akademiker, die, wenn sie sich mit dem Thema beschäftigen, ihre wirtschaftliche Existenz aufs Spiel setzen. Trotzdem gibt es immer wieder unabhängige Studien – die allerdings entweder nur ein sehr enges Gebiet umfassen (wie die LSI-Studie) oder zu allgemein sind bzw. an der Datenfindung scheitern.

Und hier kommt das Problem, dass ich mit deinem Artikel habe: es kommt für mich nicht ausreichend heraus, dass die gegenteilige Aussage – nämlich dass ein direkter Zusammenhang zwischen Downloads und Umsatzrückgang in der Unterhaltungsbranche besteht – keinesfalls in irgendeiner Weise mit unabhängigen Daten oder Studien (nicht jene von Lobby-Institutionen oder Beteiligten) belegt sind. Als Beispiel: schon allein der fiktive Streitwert – sprich Schaden – ist mehr als fragwürdig. Trotzdem werden aufgrund dieser Annahme Gesetze verabschiedet, die gelinde gesagt problematisch für den Rechtsstaat sind und damit weit über das Ziel hinausschießen…

Ds Ganze ist tragikomisch und wer einen Einblick in die Rechenkünste der Verwerter haben möchte, muss sich nur diesen TED-Talk anschauen: http://www.youtube.com/watch?v=GZadCj8O1-0

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Von: Gustav https://macnotes.de/2012/11/26/megaupload-aus-angeblich-schuld-an-weniger-kinoeinnahmen/#comment-117461 Thu, 29 Nov 2012 11:19:13 +0000 http://www.macnotes.de/?p=81966#comment-117461 Ja, ich muss dir leider recht geben. Die Story wird mittlerweile von vielen „qualitäts“medien unhinterfragt übernommen, die Autoren scheinen nicht sehr bemüht, das zu relativieren. Ob die dadurch gewonnene Aufmerksamkeit, basierend auf kaum validen Daten, in denen sie eig. nichts gefunden haben, ihrer Karriere wirklich förderlich ist, ist eine andere Frage.

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Von: at https://macnotes.de/2012/11/26/megaupload-aus-angeblich-schuld-an-weniger-kinoeinnahmen/#comment-117412 Wed, 28 Nov 2012 22:33:50 +0000 http://www.macnotes.de/?p=81966#comment-117412 Als Antwort auf Lelala.

Es gibt immer mal wieder Studien, auch solche, über die nie berichtet wird, die die Situation beleuchten. Solche Dinge sind schnell in der Öffentlichkeit. Das Problem ist, sind die Erkenntnisse belastbar. Ich selbst habe erst in diesem Jahr von so einer ähnlichen Studie geschrieben, wie du es erwähnst, aber man muss mit so etwas vorsichtig sein. Nur weil es einer Partei nutzt, ist es noch nicht gut. Man muss so fair und ehrlich sein, dass man Aussagen positiv wie negativ gleichsam kritisch beäugt. Wenn man die „guten“ immer betont und die „schlechten“ Studien aber immer unter den Tisch fallen lässt, hat man nix gewonnen, sondern macht sich nur was vor.

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Von: Lelala https://macnotes.de/2012/11/26/megaupload-aus-angeblich-schuld-an-weniger-kinoeinnahmen/#comment-117386 Wed, 28 Nov 2012 09:40:42 +0000 http://www.macnotes.de/?p=81966#comment-117386 Gabs nicht eine ähnliche Studie bereits vor zwei Jahren, in denen dargelegt wurde, dass Filesharer mehr Musik kaufen als Standardkonsumenten, und dies obwohl sie Files sharen?
Grüße

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Von: at https://macnotes.de/2012/11/26/megaupload-aus-angeblich-schuld-an-weniger-kinoeinnahmen/#comment-117340 Tue, 27 Nov 2012 07:49:14 +0000 http://www.macnotes.de/?p=81966#comment-117340 Als Antwort auf gustav.

@gustav: Das war gar nicht die Absicht. Weil du vielleicht nicht herausgelesen hast, dass Gott und die Welt so getan hat, dass sie was gefunden hätten. Die verlinkten Quellen (Blogs, Süddeutsche, Futurezone) schreiben allesamt, dass dort etwas sei, was da nicht ist. Alles was dort gemacht wurde, ist einen artifiziellen Zusammenhang herzustellen, zwischen toten Daten. Ich sage deshalb tot, weil die Daten sind nicht mal valide, geschweige denn unter Versuchsbedingungen zustande gekommen. Irgendein Internetdienstleister lässt sich von Kinobetreibern Umsatzdaten geben. Es ist sehr schwer, da überhaupt auch auf Personen zu schließen, wenn man nicht bis ins Detail nachvollziehen kann, wie viele Kinokarten überhaupt davon gekauft wurden. Und da es weder in den USA, noch in Übersee Kinos mit Geschlechter-, Alters-, Religiositäts- etc. -Kontrolle gibt, weiß doch sogar niemand, wer die Menschen alle sein sollen, die die Umsätze erzielt haben. Es gibt viel zu viele andere Effekte, die einem einleuchten, die Schuld dran sein könnten.

Die Leute an der LMU und an der Kopenhagen Business School konnten mit den toten Daten doch nicht mal nachweisen, ob die Leute, die ins Kino gegangen sind überhaupt Nutzer von Megaupload waren, oder ob sie Bekannte von Nutzern von Megaupload waren. Weil ohne Befragung und/oder Wissen aus Netzwerken, kann man diese Zuordnung nicht vornehmen. Entsprechend ist das Ganze ein Witz.

Die Akademiker, das hab ich ja bereits in der Einleitung geschrieben, formulieren „dezent“… nur deshalb ist der Artikel eben mit „Bloggermärchen“ überschrieben, weil super viele Techblogs das einfach für bare Münze nehmen. Und den Wissenschaftlern werfe ich vor, dass sie es absichtlich so lanciert haben. Sie hätten ihre Einschränkungen nicht im Konjunktiv und in Klammern setzen, sondern vorab klar machen sollen, dass die Tragweite nicht dazu taugt. Aber dann hätte man ja nicht diese Aufmerksamkeit erhalten. Schließlich geht es auch ums Prestige und darum, die Institute bekannter zu machen.

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Von: Fabian https://macnotes.de/2012/11/26/megaupload-aus-angeblich-schuld-an-weniger-kinoeinnahmen/#comment-117300 Mon, 26 Nov 2012 17:19:26 +0000 http://www.macnotes.de/?p=81966#comment-117300 Und es geht eigentlich noch besser.
Die „Studie“ soll ja die Auswirkungen von Megaupload auf das Besucherverhalten zeigen. Das lässt sich nur über die Besucherzahl machen, die Macher haben sich aber augenscheinlich für den Umsatz als relevantes Kriterium entschieden.
Könnte man machen, wenn sich die Eintrittspreise in den untersuchten Ländern in den letzten 5 Jahren nicht verändert hätten. Das ist unwahrscheinlich und gerade bei den Blockbustern wurde in den letzten Jahren durch den 3D Boom und entsprechenden Zuschlägen deutlich an der Preisschraube gedreht. Über die Besucherzahlen und Akzeptanz des Kinos kann man so keine auch nur im Ansatz belastbaren Erkenntnisse gewinnen.

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Von: Mirko Schröder https://macnotes.de/2012/11/26/megaupload-aus-angeblich-schuld-an-weniger-kinoeinnahmen/#comment-117295 Mon, 26 Nov 2012 16:05:41 +0000 http://www.macnotes.de/?p=81966#comment-117295 @Constantin: da fällt mir ja nicht mehr viel zu ein! Du glaubst (Auszügen) einer Studie, die mit Eigenaussagen arbeitet „…most popular file hosting services worldwide (self-reportedly)…“ mehr, als einer kritischen Auseinandersetzung damit ??
Man man man, kann mal jemand dem Jungen den Computer wegnehmen!
@macnotes: danke für kritisches Hinschauen.
Leider muss man aber sagen, das die meisten Studien zum Ende hin ein wenig „frisiert“ werden, um ein greifbares Ergebnis vorweisen zu können.
Denn, sind wir ehrlich: wie blöd kommt das denn rüber, wenn man Monate lange forscht und schreibt, und dann nur sagen kann: „Ääähhh, … tja, eigentlich wie vorher.“

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Von: gustav https://macnotes.de/2012/11/26/megaupload-aus-angeblich-schuld-an-weniger-kinoeinnahmen/#comment-117282 Mon, 26 Nov 2012 14:00:30 +0000 http://www.macnotes.de/?p=81966#comment-117282 Als Antwort auf at.

@at:
Ein Semi- oder Quasi-Experiment ist eine experimentele Versuchsanordnung mit Intervention, Kontrollgruppe, aber ohne Randomisierung/Matching. Das heißt nur, dass die gewonnen Daten nicht als repräsentativ für eine Grundgesamtheit betrachtet werden können; ier von „toten Daten“, die „nicht falsifizierbar“ seinen zu sprechen halte ich schlicht für falsch.
Die Autoren schreiben im Abstract:
„We find that the shutdown had a negative, yet insignificant effect on box office revenues.“ (sh. Link im Artikel)
Auf Deutsch: Sie haben nichts gefunden. Warum die Aufregung?

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Von: XPert https://macnotes.de/2012/11/26/megaupload-aus-angeblich-schuld-an-weniger-kinoeinnahmen/#comment-117266 Mon, 26 Nov 2012 10:24:42 +0000 http://www.macnotes.de/?p=81966#comment-117266 Sehr interessanter Artikel, Glückwunsch dazu. Bin allerdings ein wenig schockiert von dem Aufsatz. Eine wissenschaftlich korrekte Arbeit zu diesem Thema zu erstellen halte ich für sehr gewagt bis unmöglich. Die Quellenangaben, das hast du ja schon unterstrichen, sind nicht belastbar und entsprechend völlig ungeeignet. Desweiteren befindet man sich in einer rechtlichen Grauzone, verlässiche Umfragewerte würde man nur äußerst schwierig bekommen können.. Immerhin bezeichnet man es als „Quasi-Studie“, der wissenschaftliche Wert ist allerdings, so scheint es mir, bei Null. Schockierend eigentlich, dass so etwas an einer deutschen Top Universität veröffentlicht wird..

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Von: Chris https://macnotes.de/2012/11/26/megaupload-aus-angeblich-schuld-an-weniger-kinoeinnahmen/#comment-117265 Mon, 26 Nov 2012 08:50:52 +0000 http://www.macnotes.de/?p=81966#comment-117265 Sehr guter Artikel – und interessantes Thema.
Selten ist es unter den zahlreichen „News-Portalen“ geworden, dass mal kein Einheitsbrei versendet wird. Und deshalb ist es um so interessanter für jeden Leser (also für uns) auch einmal Inhalte und Sachverhalte aus einer Sicht reflektiert zu bekommen, die nicht dem allgemeinen Strom blind folgt.

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